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Chronik


Marco Rehmer: Wir sind hierher gefahren und haben gesagt: Okay, wenn wir verlieren, fahren wir wieder nach Hause.


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Chronik des Fußball-Sport-Verein Dörnberg 1949/80 e.V.

Bevor man anfängt eine Chronik zu schreiben, stellt man sich die sogenannten "W-Fragen". Wann, wie, wo, warum usw. und dann kann es losgehen. Viele Informationen stammen aus der erstellten Chronik zum 40jährigen Jubiläum und ein weiterer Teil aus der Chronik des TSV Dörnberg 1894, anlässlich seines 100jährigen Jubiläums und die Zeit von 1980 bis zum 50jährigen Jubiläum habe ich als Verfasser der Chronik miterlebt.

1928 rollte der Fußball schon rund 50 Jahre in Deutschland, doch in Dörnberg regierte der König noch nicht. Kaum einer wusste von dieser Sportart und in 1929 waren es dann 15 junge Sportler des damaligen "Arbeiter-Turn-Vereins", die das Spiel mit dem runden Leder auch in Dörnberg bekannt machen wollten. Ein Anfang, der mehr als schwierig war. Arbeitslosigkeit, kein Geld, kein Sportplatz und dann noch die Bürger, die wenig Verständnis aufbrachten. Umstände, die man sich in der heutigen Zeit gar nicht mehr vor-stellen kann. Es gehörte nicht nur der Idealismus, sondern auch eine ganze Menge Zivilcourage dazu, einen solchen Anfang zu machen. Gespielt und trainiert wurde auf Wiesen mit der ständigen Angst, durch die Eigentümer vertrieben zu werden. Erst die Stadt Zierenberg machte es möglich, dass die Dörnberger auf einem Sportplatz die ersten Punktspiele austragen durften. Aber noch im gleichen Jahr wurde die Dorfwiese am Dörnberg durch freiwilligen Einsatz meist arbeitsloser Männer als Spielfeld hergerichtet und die Tore standen in Nord-Süd-Richtung (heute Ost-West). In 1930 wurde die Fußballriege dann endgültig auch offiziell im Arbeiter-Turn-Verein Dörnberg geführt. Bis 1933 wurde in einer B-Klasse gespielt, ohne aber nennenswerte Erfolge zu erzielen. 1933 wurde das Fußballspielen nur noch zum schönen Traum, weil alle Arbeitervereine von den Nationalsozialisten verboten wurden. Nach der Zwangspause durch den 2. Weltkrieg waren es die Fußballer im Dorf, die schon am 20. Mai 1945 mit einem Spiel gegen Ehlen ihre sportlichen Aktivitäten wieder aufnahmen. Nachdem am 15. November die amerikanischen Besatzungstruppen aus Dörnberg abzogen und die besetzten Häuser wieder frei wurden, waren es die alten Turn- und Sangesbrüder, die im Dezember 1945 in der Gaststätte Israel die Vereins-Tätigkeiten des Arbeiter-Turn-Vereins unter neuem Namen "Turn und Sportverein Dörnberg 1894" wieder aufnahmen. Im Mai 1946 wurde eine Fußballsparte unter Leitung von Ludwig Hillberger und Justus Walter gegründet. Ein Jahr später, im Mai 1947, wurde mit den erforderlichen Umbauten am Sportplatz begonnen. 30 Pflichtstunden wurden für jedes Vereinsmitglied festgesetzt und bei Nicht-erfüllung drohte der Vereinsausschluss. Doch die Arbeiten kamen zum Erliegen wegen mangelnder Beteiligung und die Vereinsführung griff zu strengen Maßnahmen, die Fußbälle wurden beschlagnahmt und Tanzvergnügen abgesagt. Doch im Sommer 1948 war der Sportplatz fertiggestellt worden, nur die Tore standen immer noch in Nord-Süd-Richtung. Alle diese Schwierigkeiten beim Ausbau des Sportplatzes und die daraus entstandenen Dif-ferenzen zwischen den Fußballern und dem Rest des Vereins und deren Vereins-Führung mögen wohl einer der Gründe gewesen sein, dass man sich in 1949 vom Turn und Sportverein Dörnberg 1894 trennte. Sicher-lich ist es auch richtig, dass einer der Gründe das liebe Geld gewesen sein könnte, so wie es heute immer noch erzählt wird, aber ich glaube, das allein hätte nicht ausgereicht, um am 9. September 1949 einen Fußball-Verein zu gründen.

Nun beginnt sie, die Vereinsgeschichte der Dörnberger Fußballer. Am 9. September 1949 wurden von 50 Gründungsmitgliedern Heinrich Wiegel als Vorsitzender und Josef Czermak als Stellvertreter sowie August Knobel als Hauptkassierer und Schriftführer gewählt.

Der Fußballclub 1. FC Dörnberg 1949 nahm einen Tag später am 10. September 1949 den Spielbetrieb in der Kreisliga B Wolfhagen auf. Leider ist nicht mehr bekannt, wie der Verein die erste Spielserie abschloss. Fest steht allerdings, dass der junge Verein nur ein Jahr später seinen ersten Aufstieg feiern durfte. Man wurde Meister der Kreisliga B und stieg in die Kreisliga A des Sportkreises Wolfhagen auf. Aber ein Jahr später musste man wieder absteigen. Leider, so muss man heute sagen, bestehen über die 50er Jahre keine Aufzeichnungen, so dass viele Dinge durch beteiligte Mitglieder und deren Erzählungen aus dieser Zeit erst später zu Papier gebracht wurden. Das Gründungsjahr des Vereins ist auch deshalb denkwürdig weil unsere junge Republik ein Grundgesetz bekommen hatte.

Die 50er Jahre

1952 gab es dann den ersten Wechsel in der Vereinsführung. Heinrich Wiegel war nach Kassel umgezogen und Konrad Kaufhold wurde 1. Vorsitzender. Der übergab sein Amt zwei Jahre später an Josef Zaschka, der bis 1970 1 .Vorsitzender war. Er ist bis heute der einzige, der so lange dieses Amt innehatte und somit die Geschicke des Vereins bestimmte. In dieser Zeit wurden die freundschaftlichen Bande nach Gumpelstadt in Thüringen geknüpft, damals Ostzone. Es wurden Freundschaftsspiele mit dem 1. FC Stahl Risa und der BSG Motor Gumpelstadt in Thüringen sowie in Dörnberg ausgetragen. Leider rissen die Kontakte in 1957, bedingt durch die politischen Verhältnisse und der damit verbundenen Teilung Deutschlands in Ost und West, sprich DDR und BRD, ab.

Die 60er Jahre

Der Beginn der 60er Jahre sollte für den Verein, aber auch für alle anderen Vereine in Dörnberg ein ganz besonderes Jahrzehnt werden, denn die damals noch selbständige Gemeinde Dörnberg beschloss, den kleinen Sportplatz am Dörnberg zu vergrößern und eine Mehrzweckhalle unterhalb der Schule zu bauen. In 1962 begann mit Unterstützung der Bundeswehr der Ausbau des Sportplatzes, zu dem Sprengübungen genutzt wurden, um ihm die heutige Größe und Richtung zu geben. Der Platz verlief jetzt in West-Ost-Richtung und erhielt eine 100-Meter-Laufbahn sowie Kugelstoß- und Weitsprunganlage. Die Spielfläche erhielt die gültigen Abmessungen eines Fußballfeldes und vor allem für viele jüngere Mitglieder nicht mehr nachvollziehbar, einen echten und keinen Kunstrasen. 1964 wurde der Sportplatz seiner Bestimmung übergeben. Sepp Zaschka als Vorsitzender und Horst Kloppmann als sein Stellvertreter freuten sich zusammen mit den Mitgliedern über diesen wunderschönen Sportplatz. Vielleicht hat er auch daher den Namen "Bergstadion" bekommen, genau weiß das wohl keiner, oder?

Mitte der 60er Jahre begann man intensiv mit der Jugendarbeit im Verein und wie wichtig und unerlässlich diese Entscheidung war, das zeigt sich auch heute noch, denn die Jugendarbeit war und ist es, auf die der Verein bis heute seine zahlreichen sportlichen Erfolge im Seniorenbereich zurückführen kann.

Die 70er Jahre

In 1970 übernahm Horst Kloppmann das Ruder des Vereins als 1. Vorsitzender. Für ihn galt es, die gute Arbeit seines Vorgängers Sepp Zaschka weiterzuführen und auszubauen. Unter seiner Führung feierte der Verein 1974 in der noch fast neuen Mehrzweckhalle Dörnberg sein 25jähriges Jubi-läum. Im Jahr 1975 wurde Udo Scheuermann zum 1. Vorsitzenden gewählt und unter seiner Führung sollte ein weiterer wichtiger baulicher Meilenstein für die Zukunft errichtet werden. Udo Scheuermann machte es möglich, mit vielen freiwilligen Helfern und durch Spendengelder eine Flutlichtanlage im Bergstadion zu installieren. Es war eine der ersten Anlagen im Sportkreis Wolfhagen, die ein Verein in Eigenleistung erstellt hatte und von der wir noch heute einen großen Nutzen haben. Allerdings gab es auch zu dieser Zeit einen Eklat, der zu heftigen Auseinandersetzungen im Verein führte, so dass Udo Scheuermann als Vorsitzender zurücktrat und Rainer Meurer zum 1. Vorsitzenden gewählt wurde. Leider, so muss man sagen, haben die damals Beteiligten sich nie richtig zu diesen Umständen geäußert bzw. die Standpunkte waren so unterschiedlich, dass selbst ich, als neutraler Betrachter, keine eindeutige Stellungnahme abgeben kann. Abgesehen davon, sollte diese Geschichte zu einem späteren Zeitpunkt noch ein Nachspiel haben. In 1977, ein weiterer Höhepunkt der Vereinsgeschichte, wurde eine Damenmannschaft nicht nur gegründet, sondern auch für den Spielbetrieb des Hessischen Fußball-Verbandes gemeldet. Die Erfolge dieser Damenmannschaft, dessen erster Trainer Dieter Bräutigam war, sollten sich aber erst in den 80er Jahren einstellen. Zur Spielserie 1978/1979 gelang es dem Vorsitzenden Rainer Meurer, den Trainer Wolfgang Most von Zierenberg nach Dörnberg zu holen. Wie wichtig diese Verpflichtung, aber auch die gute Jugendarbeit mit Beginn der 60er Jahre war, sollte sich nun in diesem und den folgenden Jahren zeigen. Nach 23 Jahren Zugehörigkeit der Kreisliga B Wolfhagen (heute Kreisliga A) wurde die 1. Mannschaft Meister dieser Spielklasse und schaffte den langersehnten Aufstieg zur Kreisliga A (heute Bezirksliga). Aber nicht nur die erste, auch die zweite wurde Meister der Reserverunde sowie E- und D- Jugend kamen zu Kreismeisterehren. Diese großartigen sportlichen Erfolge geschahen in einem Jahr, in dem der Verein auch sein 30jähriges Bestehen feiern konnte. Es begann nun die Zeit, wo es mit dem Fußball in Dörnberg stetig nach oben gehen sollte, denn man verfügte über ein großes Spielerpotential und ein fußballbegeistertes Publikum. Der Verein war nun nach 30 Jahren endgültig etabliert und auch anerkannt im Sportkreis und der Gemeinde. Die Gründungsmitglieder aus 1949 konnten mit Stolz und Genugtuung sich in ihrer Entscheidung und Arbeit bestätigt fühlen.

Die 80er Jahre

Gleich zu Beginn der 80er Jahre sorgte Dörnberg für Schlagzeilen in der Presse und für Unruhe am eigenen Herd. Aus einer Hobbymannschaft gründete sich nun ein weiterer Fußballverein. Der SC Dörnberg 1980 wurde ins Leben gerufen und Udo Scheuermann wurde 1. Vorsitzender des neuen Vereins. Was war passiert ?

Der 1. FC Dörnberg 1949 hatte es zu diesem Zeitpunkt nicht verstanden, das schon angesprochene Spielerpotential im vollen Umfang an den Verein zu binden und so kam es, dass verschiedene Spieler sich in einer Hobbymannschaft formierten und wie in den Anfängen der Dörnberger Fußballgeschichte sich von Wiese zu Wiese bewegen mussten, weil sie nicht auf den Sportplatz durften, der sich allerdings zu diesem Zeitpunkt auch schon in einem sehr schlechten Zustand befand. Mit sehr viel Wut im Bauch aufgrund der ablehnenden Haltung des 1. FC Dörnberg beschloss man in der Gaststätte "Zur Kaiserbuche", dessen Inhaber Udo Scheuermann war, einen Verein zu gründen und somit am Spielbetrieb des Hessischen Fußball-Verbandes teilzunehmen. Es begannen gnadenlose Grabenkämpfe, die ich selber, gerade als Spieler zum 1. FC Dörnberg gekommen, miterleben durfte, aber zu diesem Zeitpunkt, ohne das nötige Hintergrundwissen, noch nicht verstand. Trotz alledem gab es auch noch sportliche Schlagzeilen, für die der 1. FC Dörnberg sorgte. Genaugenommen die C-Jugend unter Leitung von Karl Heinz Crede und Andreas Nehrmann, die in der Spielserie 1981/1982 nicht nur Kreismeister sondern auch Bezirksmeister wurde und Nordhessen auf dem Turnier der besten hessischen Mannschaften vertrat. In der Spielserie 1982/1983 war es dann wieder die 1. Mannschaft, die für ein weiteres sportliches Ereignis sorgte. Unter Trainer Wolfgang Most wurde man erstmalig in der Vereinsgeschichte Meister der Kreisliga A (heute Bezirksliga) und schaffte in einem dramatischen Spiel am letzten Spieltag gegen den Tabellenzweiten SV Weimar vor über 1000 Zuschauern im Bergstadion durch einen 4 : 2 Sieg den Aufstieg zur Bezirksliga (heute Bezirksoberliga). Aber auch die Damenmannschaft des Vereins unter Leitung von Gerhard Vogel und Walter Feyh wurde zum ersten Mal nach Gründung in 1977 Kreismeister. In 1982 übernahm dann Dieter CarI das Amt als 1. Vorsitzender von Rainer Meurer und zwischenzeitlich spielte nun auch der SC Dörnberg um Meisterschaftspunkte im Bergstadion. Nur der Rasen im Bergstadion konnte den jetzigen Belastungen nicht mehr standhalten. Es musste etwas passieren, und die Großgemeinde Habichtswald (seit 1972) entschloss sich, einen Hartplatz in Absprache mit den Vereinen zu bauen. Des weiteren wurde auch ein längst überfälliges Umkleidegebäude am Sportplatz durch die Gemeinde errichtet, denn man musste sich bis dahin immer in der Mehrzweckhalle umziehen und duschen. Der SC Dörnberg konnte ebenfalls seine Aktivitäten erweitern, denn 12 junge Fußballerfrauen gründeten am 30. April 1982 die Sparte Jazz-Tanz, die sich kontinuierlich über die Jahre bis heute weiterentwickelte und auch großen Anteil am positiven Erscheinungsbild des Vereins hat.

Zur Sportwoche 1984 brannte es im Bergstadion. Die Alte-Herren-Holzhütte (heute Grillhütte) stand in Flammen und somit das ganze Inventar zur Sport-Woche. Ein herber wirtschaftlicher Nackenschlag, den der Verein hinnehmen musste. Doch zum Glück war sie durch den damaligen Betreuer der Alte-Herren-Abteilung, Karl Pfannkuche, schon bei der Errichtung Ende der 70er Jahre versichert worden. Im Jahr 1985 dann der erste sportliche Tiefpunkt. Die 1. Mannschaft musste trotz größter Anstrengungen nach zwei Jahren Bezirksliga Gruppe 2 wieder absteigen. Mit dem Abstieg verbunden war auch der Abschied von Trainer Wolfgang Most, der sieben Jahre lang Dörnberger Fußballgeschichte mit initiiert hat, aber auch ein Wechsel in der Vereins-Führung stellte sich ein. Dieter Carl übergab sein Amt an Karl Pfannkuche, der als 1. Vorsitzender keine leichte Aufgabe nach dem Abstieg übernommen hatte. Seine erste Amtshandlung bestand darin, einen Trainer einzustellen. Nach zähen und schwierigen Verhandlungen konnte Berthold Mark vom BC Sport Kassel als Spielertrainer für ein Jahr verpflichtet werden. Danach kam Willi Guth als Trainer von Großenritte und mit ihm konnte die 1. Mannschaft in der Serie 1986/1987 wieder in die Bezirksliga Gruppe 1 aufsteigen (heute Bezirksoberliga Gruppe 1, in der wir im Jubiläumsjahr spielen). Auch die 2. Mannschaft, die in diesem Jahr zum ersten Mal an einer Punktspielrunde des Sportkreis Wolfhagen teilnahm, wurde Meister der Kreisliga C und Aufsteiger zur B-Klasse.

lm gleichen Jahr konnte auch die Damenmannschaft unter Leitung von Gerhard Vogel und Fritz Schneider sowie die D-Jugend unter Leitung von Helmut Jakob Kreismeister im Sportkreis werden.

In 1986 konnte Vorsitzender Karl Pfannkuche durch den Brandschaden aus 1984 mit der gezahlten Versicherungssumme durch die Brandkasse in Verbindung mit der Gemeinde und den Vereinen TSV und SC Dörnberg mit dem Anbau an das Umkleidegebäude beginnen sowie den Umbau am alten Toilettenhaus zu Geräteräumen der drei Vereine. Die Baumaßnahmen wurden durch erhebliche Eigenleistungen Ende 1987 fertiggestellt. Durch den neu entstandenen Jugendraum bestand jetzt auch die Möglichkeit, gesellige Veranstaltungen im Bergstadion nicht mehr unter freiem Himmel durchzuführen. Leider kam es auch bei dieser Baumaßnahme, ähnlich wie beim Flutlicht, zu Streitigkeiten in den Reihen der Verantwortlichen, die Karl Pfannkuche zum Rücktritt veranlassten. Sein Stellvertreter Willi Schäfer übernahm die Amtsgeschäfte bis zur nächsten Mitgliederversammlung. In 1987 wurde dann Hans Otto Margraf zum 1. Vorsitzenden gewählt. Unter seiner Führung versuchte der FC mit dem SC Dörnberg, mittlerweile war Frank Dauber dort 1. Vorsitzender geworden, eine gewisse Annäherung zu schaffen, denn man machte sich gegenseitig durch Spielerwechsel das Leben immer schwerer und dieser Wettbewerb im eigenen Ort drohte aus den Fugen zu geraten, so dass man im Sportkreis Wolfhagen die Dörnberger kaum mehr verstand und vielleicht sogar etwas belächelte !

Sportlich war es für die Vereine in dieser Situation sehr schwer. Man durchlief ein Wechselbad der Gefühle, verbunden mit einem ständigen sportlichen Bergauf und -ab.

Schon im ersten Jahr nach dem Aufstieg musste man durch ein Entscheidungsspiel gegen Wabern in Kaufungen den Klassenerhalt sichern. Der SC Dörnberg spielte zwar immer noch in der Kreisliga B, war am Ende der Serie aber im oberen Tabellendrittel angesiedelt und verpasste nur knapp den Aufstieg, nicht zuletzt auch ein Erfolg von Trainer Peter CarI, den der SC Dörnberg in diesem Jahr verpflichten konnte.

Gesellschaftlich tat sich in 1987 auch etwas, denn nach zwei gut besuchten vorausgegangenen Sportlerbällen entschied man sich auf Initiative von Jürgen Dietrich (damals Spartenleiter und Initiator des Sportlerballes), diese Veranstaltung erstmalig in 1987 öffentlich in der Mehrzweckhalle zu veranstalten. Das aus dieser Veranstaltung Jahre später ein alljährlicher gesellschaftlicher Höhepunkt in der Gemeinde werden sollte, hätte keiner für möglich gehalten. Auch wirtschaftlich wurde in diesem Jahr durch Raimond Büchling und Jürgen Dietrich mit der Bandenwerbung im Bergstadion begonnen, die einmal finanzieller Grundstein für die 90er Jahre werden sollte.

Des weiteren hatte der Verein mittlerweile versucht, durch den 1. Vorsitzenden Hans Otto Margraf einen weiteren Sportplatz zu bauen, der als Alternativfläche für den Hartplatz gedacht war, weil dieser Hartplatz nicht unbedingt förderlich für die Vereinsarbeit war, denn bedingt durch die Verletzungsgefahr waren immer weniger Sportler bereit, in Dörnberg Fußball zu spielen. Leider ist dieser Versuch gescheitert, obwohl der Landessportbund schon finanzielle Mittel zugesagt hatte.

1988 gründeten Ingrid und Gerhard Pape zusammen mit dem 1. Vorsitzenden Hans Otto Margraf die Freizeit-Radwandergruppe des 1. FC Dörnberg. Eine großartige Sache, wie sich später herausstellen sollte. Denn die Radwandergruppe ist eine nicht mehr wegzudenkende große Abteilung geworden, die es versteht, auf ihre Weise ein großer Rückhalt des Vereins zu sein, Im gleichen Jahr auch ein Trainerwechsel, Harald Spohr kam für Willi Guth. Harald Spohr hatte kein leichtes Amt als Trainer übernommen, denn durch den Weggang einiger Spieler musste er mit einer Rumpfmannschaft in die Serie 1988/1989 starten. Schon nach den ersten Spielta-gen war klar, dass ein Klassenerhalt kaum möglich war. Ausgerechnet im Jubiläumsjahr, denn 40 Jahre 1. FC Dörnberg sollten in 1989 gefeiert werden, musste die 1. Mannschaft nach wiederum zwei Jahren Bezirksliga Gruppe 1 absteigen. Gleichzeitig vollzog sich auch ein Wechsel in der Vereinsspitze. Willi Schäfer wurde 1. Vorsitzender für Hans Otto Margraf, der aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr kandidieren wollte.

Vom 9. Juni bis 18. Juni 1989 wurde mit einer Sportwoche, Discoabend, Festkommers und Tanzvergnügen im Bergstadion und in der Mehrzweckhalle der 40. Geburtstag des 1. FC Dörnberg 1949 e.V. gebührend gefeiert. Nach dem Jubiläum starteten der 1. FC Dörnberg mit Trainer Harald Spohr und der SC Dörnberg mit Trainer Peter Carl in die Spielserie 1989/1990.

Zum Jahresende sorgte die deutsche Nation für sehr viel Aufregung in Europa. Was niemand für möglich gehalten hätte passierte, die Grenzen zur DDR wurden geöffnet und die ostdeutschen Landsleute strömten in den Westen, der Sozialismus unter Erich Honecker erklärte seinen Bankrott.

Die Zeit der sogenannten "Wende" sollte beginnen. Für den Verein bestand nun die Möglichkeit, seine freundschaftlichen Kontakte zur BSG Motor Gumpelstadt aus den 50 Jahren wieder aufzunehmen.

Die 90er Jahre

Dieses Jahrzehnt sollte wiederum für viele Turbulenzen sorgen und die Ereignisse überschlugen sich regelrecht, so dass man heute, neun Jahre später meinen könnte, man hätte die Zeit nach der "Wende" manipuliert.

In 1990 feierte der SC Dörnberg in der Mehrzweckhalle unter dem Vorsitzenden Udo Scheuermann sein 10jähriges Jubiläum. Höhepunkt der Veranstaltung war der Besuch der Blaskapelle "Lehminger Musikanten". Dann folgte die Spielserie 1990/1991. Es sollte die letzte eigenständige Spielserie für den 1. FC und den SC Dörnberg werden. Beim SC Dörnberg ging Trainer Peter CarI mit seiner Mannschaft in der Kreisliga A und beim 1. FC Dörnberg kam Karl Heinz "Anton" Sturm für Harald Spohr und ging in der neu formierten Bezirksliga Gruppe 3 um Meisterschaftspunkte an den Start. Pünktlich zu diesem Saisonbeginn war der Kunstrasenplatz fertiggestellt worden, denn die Gemeinde Habichtswald mit seinem Bürgermeister Rolf Karwecki hatte auf Drängen von FC und SC Dörnberg den Hartplatz, der sich in einem nicht mehr vertretbaren Zustand befand, zu einem Kunstrasenplatz umbauen lassen, weil ein Rasenplatz im Bergstadion wegen fehlender Alternativspielfläche den Beanspruchungen nicht standgehalten hätte und die Bauzeit auch mindestens zwei bis drei Jahre dauern würde, bevor man auf einem Rasenplatz hätte spielen können.

Der 1. Vorsitzende Willi Schäfer musste aus gesundheitlichen Gründen sein Amt zur Verfügung stellen und eine außerordentliche Mitgliederversammlung des 1. FC Dörnberg wählte am 15. Februar 1991 Jürgen Dietrich zum 1. Vorsitzenden. Nur einen Monat später fanden auch beim SC Dörnberg Neuwahlen statt und auch hier vollzog sich ebenfalls ein Wechsel in der Vereinsführung. Frank Dauber wurde für Udo Scheuermann zum 1. Vorsitzenden gewählt.

Inspiriert durch den Ausspruch von WiIIy Brandt (ehemaliger OB von Berlin und Bundeskanzler a. D.) am Brandenburger Tor bezüglich des Falls der Mauer zwischen Ost- und West-Berlin "Was zusammengehört, muss auch zusammenwachsen", trafen sich die neuen Vorsitzenden mit ihren engeren Vorständen, um über eine gemeinsame Fußball-Zukunft nachzudenken, denn eines war klar, nur wenn es gelingt, wieder gemeinsam etwas zu machen, wird Dörnberg in Sachen Fußball zu sport-lichen Erfolgen kommen.

Zwischenzeitlich hatten Jürgen Dietrich, Sepp Zaschka, Otto Wenzl und Willi Bätzing durch einen Besuch in Gumpelstadt die alten Kontakte aus den 50er Jahren wieder geknüpft und es folgten Jahre mit gegenseitigen sportlichen und gesellschaftlichen Begegnungen, deren Höhepunkt in 1994 das 75 jährige Vereinsjubiläum der Sportfreunde aus Gumpelstadt war.

In 1991 bekam der Verein seinen ersten Jugendbus, der noch durch den 1 .Vorsitzenden Willi Schäfer beantragt wurde und zum Großteil aus einem vom Land Hessen errichteten Förderprogramm finanziert wurde. Aber auch der Spar-Markt Dörnberg sowie Spenden der Mitglieder und Bürger der Gemeinde machten diese Anschaffung möglich. Nach zahlreichen Sitzungen der beiden Vorstände FC und SC wurde die Spielgemeinschaft zwischen beiden Ver-einen beim Verband beantragt und am 17. Juni 1991 genehmigt. Nicht die aktiven, sondern vielmehr die passiven Mitglieder der beiden Vereine sorgten zu diesem Zeitpunkt für einige Unruhe im zwischenmenschlichen Bereich, weil sie die Vorgehensweise der Verantwortlichen für nicht richtig empfanden. Die Spielgemeinschaft begann mit dem Namen Fußball-Sport-Vereinigung Dörnberg unter Trainer Peter CarI, der unterstützt wurde von K. H. Gebhart und Dieter Bräutigam mit drei Senioren-Mannschaften und einer Alt-Herren-Mannschaft die Spielserie 1991/1992 und beendete sie mit der Mei-sterschaft der 1. Mannschaft und dem Aufstieg in die Bezirksoberliga. Mit diesem sportlichen Erfolg verstummten nun auch die letzten Kritiker der Spiel-Gemeinschaft. Zumal die Mannschaft für diesen Erfolg erstmalig auf dem Hessentag in Wolfhagen 1992 im Zelt des LSB und HFV durch den Landrat und Verbandsvorsitzenden geehrt wurde. Die Geschäftsführung übernahmen die Vorsitzenden der Stammvereine Jürgen Dietrich und Frank Dauber bis 1993. Nach diesem sportlichen Aufstieg konnte die Spielklasse bis heute, der Niederschrift der Chronik, gehalten werden und wird ausführlich in dieser Festschrift unter Abteilung Senioren-Fußball behandelt.

Das letzte Kapitel der Chronik zum 50jährigen Jubiläum beginnt mit dem Führungswechsel beim 1. FC und SC Dörnberg. In 1993 wurde Helmut Jakob für Jürgen Dietrich 1. Vorsitzender beim 1. FC Dörnberg und Heinz Schreiber für Frank Dauber beim SC Dörnberg durch die Mitgliederversammlungen der Vereine gewählt.

Es folgte das letzte Jahr der Spielgemeinschaft und somit der beiden selbständigen Vereine. Wieder ein denkwürdiges Jahr 1994. Zum einen das 100jährige Jubiläum des TSV Dörnberg 1894 e. V., die Wiege der Fußballgeschichte in Dörnberg, und zum anderen hoffentlich auch die Vollendung dieser Geschichte durch den Zusammenschluss von 1. FC und SC Dörnberg zu dem Verein Fußball-Sport-Verein Dörnberg 1949/80 e. V., kurz FSV genannt.

Unter Federführung von Hans Otto Margraf, Heinz Schreiber, Bernd Röhling und den Vereinsvorständen von 1. FC und SC wurde eine gemeinsame Vereinssatzung ausgearbeitet und ein Konzept entwickelt, dem die beiden Mitgliederversammlungen zustimmten, und am 15. Juli 1994 fand in der Gaststätte "Zur Kaiserbuche" die Gründungsversammlung des FSV statt. Gewählt wurden nach Satzung engerer und erweiterter Vorstand. Insgesamt 17 ehrenamtliche Mitglieder begannen mit der Pionier-arbeit und einer Herausforderung, aus der eine Chance erwachsen sollte, aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen und die Gräben im zwischenmenschlichen Bereich mit Dynamik, Toleranz, Vertrauen und Kontinuität wieder zu schließen. Der 1. Vorsitzende Jürgen Dietrich sowie seine Stellvertreter Heinz Schreiber und Hans Otto Margraf, Schriftführer Michael Siegmund und Hauptkassierer Norbert Effner bildeten das erste engere Vorstandsgremium des FSV Dörnberg 1949/80 e. V. mit den drei Abteilungen Jugend- und Seniorenfußball, Jazz-Gymnastik, Radwandern und der Zielsetzung, möglichst schnell für ein positives Erscheinungsbild in der Öffentlichkeit zu sorgen. Dank der guten Harmonie aller ehrenamtlichen Mitglieder im Verein unter dem Motto "Flexibel, freundlich und fair" konnte sportlich, wirtschaftlich und gesell-schaftlich dieses Vorhaben umgesetzt werden. 1996 wurde die gesamte Führungsriege durch die Mitgliederversammlung wiedergewählt, damit die begonnene erfolgreiche Arbeit für zwei weitere Jahre fortgesetzt werden konnte. Ausbau Grill-Hütte, An/-Umbau Clubraum, Sommergrillfest, Öffentlicher Sportlerball, Neujahrsempfang der Gönner, Ferienspiele, Weihnachtsfeier, Sportwoche, Gründung eines Fördervereins und der Bau eines eigenen Bolzplatzes am Kressenborn mit finanziellen Mitteln der Dorferneuerung und einer Spenden-Aktion in Dörnberg unterstreichen die vierjährige Arbeit dieser zu einer Einheit zusammenangewachsenen Gemeinschaft.

In 1998 stellten sich Jürgen Dietrich und Heinz Schreiber aus beruflichen Gründen nicht mehr zur Wahl und machten den Weg frei für zwei jüngere, aber trotzdem erfahrene Mitglieder die seit vielen Jahren ehrenamtlich im erweiterten Vorstand gro-ßen Anteil an der Gründung der Spielgemeinschaft, dem Zusammenschluss in 1994 sowie an der weiteren Entwicklung bis 1998 mit einigen beruflichen Unterbrechungen haben.

Frank Dauber wurde zum 1. und Manfred Landhuis zum 2. Vorsitzenden durch die Mitgliederversammlung gewählt; alle anderen Vorstandsmitglieder wurden wiedergewählt. Nahtlos knüpften die beiden an die erfolgreiche Arbeit an und zum Kirmes-Umzug im September wurde der neue Jugendbus, der mit Unterstützung des Fördervereins und einem Sportsponsorenring finanziert wurde, den Mitgliedern und Bürgern vorgestellt. Eines der größten Herausforderungen für den Verein und der Vorstandsriege ist nun das 50. Jubiläum vom 21. bis 27. Juni 1999 und die Silvesterparty ins nächste Jahrtausend. Hier endet die Chronik und die turbulente, lebendige Vereinsgeschichte der Dörnberger Fußballer und der Verfasser ist sich sicher dass es noch viele runde Geburtstage für den Verein und dessen Gemeinschaft geben wird. Sicher ist auch, dass etwas in der Chronik vergessen wurde, von dem ich allerdings nichts wusste bzw. die Aufzeichnungen fehlten. Sollte das der Fall sein, ist der Verein für eine Information sehr dankbar. Allen Kritikern sei gesagt, dass ich es versucht habe, objektiv und das Wesentliche zu erfassen unter dem Motto:

"Wer nichts macht, macht auch keine Fehler!"

Euer Sportkamerad Jürgen Dietrich